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Das „Ex-libris Journal“ (London)
war die erste reguläre
Exlibrispublikation 1891. Ziel
war, vollständig international
zu sein.
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Eine von mehreren deutschen
Publikationen, die im 19.
Jahrhundert begonnen wurden. In
Deutschland gab es sowohl eine
nationale Gesellschaft als auch
einen Exlibris Club in Berlin. |

Die französischen ‘Archives’
begannen 1894. Solche frühen
Publikationen sind reichhaltige
Informationsquellen für Exlibris.
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Es gab regionale Clubs und
Publikationen, z.B. in Basel,
welches seinen Impetus von
seinem Präsidenten Stickelberger
bezog.
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FISAE: Geschichte und
Statuten |
zurück |
von Benoît Junod
(basiert
weitgehend auf einem Artikel von Mme
Germaine Meyer-Noirel, in: L'Ex-libris
Français, vol.
X, 1989, S. 209-214 und einem Text, den
Dr. Ottmar Premstaller für den Kongress
in Wels, 2004, vorbereitete)
Die Ursprünge...
Exlibris, kleine
Druckgrafiken, die in Bücher geklebt
werden, um deren Eigner zu bezeichnen,
existieren seit mehr als fünfhundert
Jahren. Der erste Gebrauch beweglicher
Lettern durch Gutenberg führte zu einer
raschen Entwicklung von Bibliotheken,
und deren Besitzer – stolz auf ihr
Eigentum – entschlossen sich, ihre
Bücher mit Exlibris oder Buchzeichen zu
kennzeichnen.
Außer einigen seltenen Ausnahmen wie
einer deutschen Sammlung Mitte des 18.
Jahrhunderts, deren Eigentümer nicht
identifiziert werden konnte,und
den Sammlungen von Adelaide Le Caron de
Fleury (erstellt 1780-1793) oder Miss
Jenkins aus Bath (aktiv um 1820) begann
das Sammeln von Exlibris jedoch nicht
vor den 1860er Jahren. Als es das dann
wegen der historischen, soziologischen
und künstlerischen Interessen dieser
kleinen Drucke tat, verbreitete sich die
Mode in Windeseile. Gesellschaften von
Sammlern wurden 1891 in London and
Berlin in 1891 gegründet, und in der
folgenden Dekade in vielen europäischen
Hauptstädten. Diese Gesellschaften
ermöglichten und förderten Kontakte
unter den Sammlern. Zeitschriften,
Jahrbücher und Rundbriefe gaben den
Mitgliedern, die weit entfernt
voneinander wohnten, Gelegenheit zu
korrespondieren, Exlibris und Wissen
über ihr Sammelgebiet auszutauschen
Links auf dieser Seite finden sich
Abbildungen solcher Publikationen, denen
Beispiele
der Umschläge
gegenwärtiger Exlibris-Zeitschriften
folgen. Treffen und Vorträge in
bedeutenden Städten wie Berlin, London,
Paris oder Wien ermöglichten den
Menschen, sich tatsächlich zu treffen.
Zunächst war der primäre
Sammelgegenstand alte Buchzeichen, vor
allem die frühen Raritäten. Aber bald
erweiterten viele Sammler ihre
Interessen, bezogen zeitgenössische
Exlibris ein und gaben Exlibris nicht
nur für ihre eigenen Bibliotheken in
Auftrag, sondern auch zum Tausch. Einige
von diesen haben sich seit den 1920er
Jahren tendenziell zu kleingrafischen
Kunstwerken entwickelt, die eher
getauscht als in Bücher geklebt werden.
Allerdings müssen diese als Buchzeichen
zur Besitzanzeige für Bücher einer
wirklichen Person oder Institution
konzipiert sein, um den Begriff Exlibris
sicherzustellen und von Exlibrissammlern
eher als von Sammlern freier Grafik
begehrt zu werden.
Viele Exlibris Gesellschaften beendeten
ihre Tätigkeit schon in den frühen
Dekaden das 20. Jahrhunderts. Außerdem
ließ das Interesse zwischen 1930 und
1950 wegen der Wirtschaftskrise und des
2. Weltkriegs nach, aber der
“Exlibrismus” hat sich seitdem
allmählich wieder aufwärts entwickelt.
1949, als eine
Reihe von Gesellschaften wiedergegründet
worden waren, entwickelte einer der
international aktivsten Sammler, Gianni
Mantero, unterstützt von dem ebenfalls
italienischen Verleger Luigi Bolaffio,
von Johan Schwencke aus den Niederlanden
sowie Hubert Woyty-Wimmer and Toni
Hofer, beide aus Österreich, die Idee,
ein internationales Treffen zu
organisieren, um an Exlibris
Interessierte zusammen zu bringen. Er
hat richtig erkannt, dass das briefliche
Tauschen von Exlibris nie die direkten
Kontakte ersetzen könne, die ein solches
Treffen bot, besonders die zwischen
Sammler und Künstler.
Erste Kongresse...
1953 brachte ein
Treffen in Kufstein (Österreich), das
etwas vollmundig “Kongress” genannt
wurde, etwa sechzig Leute aus sieben
Ländern zusammen 1954 fand ein ähnliches
Ereignis in Lugano (Schweiz) statt,
gefolgt von Treffen 1955 in Antwerpen (Belgien),
1956 in Frankfurt (Bundesrepublik
Deutschland) und 1957 in Amsterdam (Niederlande).
Die Teilnehmer waren so zufrieden mit
diesen Treffen, dass die Erfahrungen
sich vervielfältigten und 1958 gegen 150
Personen aus 12 europäischen Ländern
sich in Barcelona (Spanien) trafen.
Im Hinblick auf die wachsende Zahl der
Kongresse und der Last für die
Organisatoren wurde beschlossen, dass
sie jedes zweite Jahr stattfinden
sollten. Die
kommenden wurden sofort beschlossen:
Wien für 1960, Paris für 1962 and Krakau
für 1964.
Diese offensichtlich informellen
Kongresse hatten bereits wichtige
Entscheidungen gefällt.
1958 präsentierten G. Mantero and A.
Herry eine Liste technischer Symbole für
die Techniken, die beim gedruckten
Exlibris verwendet wurden. Sie wurde vom
Kongress angenommen und erst 2002 auf
dem XXIX. FISAE Kongress durch eine neue
ersetzt. Auf dem Kongress in Paris 1962
wurden beispielhafte Tauschlisten für
Sammler angenommen und der Vorschlag
gemacht, eine Föderation von Exlibris
Gesellschaften im Rahmen der UNESCO zu
gründen. Dieses Projekt wurde aufgegeben,
nicht nur weil es schwer war, schnell
institutionelle Unterstützung zu
erhalten, sondern auch weil es eine
Reihe von Gesellschaften in Osteuropa
gab, mit denen die westeuropäischen
Gesellschaften die Verbindungen nicht
abbrechen wollten. |
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Die Gründung der FISAE,
Hamburg 1966.
Carlo Chiesa, Germaine Meyer-Noirel,
Gianni Mantero
(zum
Vergrößern auf das Foto klicken) |
Wie die FISAE entstand...
Auf einem Treffen der Französischen
Exlibris Gesellschaft AFCEL,
1965, bei dem
außer Gianni Mantero auch der damalige
Sekretär des belgischen Exlibris
magazines Graphia, Albert Collart,
anwesend war, wurde die Idee geboren,
die Föderation FISAE zu nennen, nach den
Initialen ihres französischen Titels.
Einige Wochen später besuchte
Jean-Charles Meyer – der Ehemann von
Mme Meyer-Noirel - Gianni Mantero in
Como and Carlo Chiesa, einen sehr
einflussreichen Schweizer Exlibristen,
in Lugano; sie bereiteten einen Entwurf
der Statuten vor. Diese wurden an 25
Exlibris Gesellschaften zur
Kommentierung geschickt, von denen sich
17 positiv äußerten. Bei der Eröffnung
des Kongresses in Hamburg 1966 gab es
immer noch heftige Diskussionen. Die
meisten Artikel und Konzepte waren
unumstritten. Aber das Projekt von
direkten finanziellen Beteiligungen
durch die Mitgliedgesellschaften der
FISAE musste aufgegeben werden, da seine
Aufrechterhaltung keine Mehrheit
gefunden hätte.
So wurden die Statuten von fünfzehn
Gesellschaften angenommen: denen von
Österreich,
Belgien (N.E.K und Graphia), Dänemark,
der Bundesrepublik Deutschland,
Frankreich, der Deutschen Demokratischen
Republik, Ungarn, Italien, Niederlande,
Polen, Portugal, Spanien (A.E.B.),
Schweden, and Tschechoslowakei. Alle
beglückwünschten sich, das ohne
“finanziellen Implikationen”
bewerkstelligt zu haben. Die Frage eines
obligatorischen finanziellen Beitrags
durch Mitgliedgesellschaften wird immer
wieder verweigert. Als Arbeitssprachen
beschloss man Deutsch, Französisch und
Englisch. Auf dem FISAE Kongress 1982 in
Oxford schlug der Belgische Delegierte
Leo Winkeler vor, dass Holländisch (oder
Flämisch) dazu kommen sollte, aber
selbst der holländische Delegierte
sprach dagegen und es blieb bei drei
offiziellen Sprachen.
Um trotz der Abwesenheit eines
permanenten Sitzes oder Organs
Kontinuität sicherzustellen, sehen die
Statuten vor, dass bei jedem Kongress
der Präsident der Gesellschaft, die den
nächsten Kongress ausrichtet, die
Präsidentschaft übernimmt. Er wird
unterstützt von zwei Vizepräsidenten,
seinen beiden Amtsvorgängern. FISAE hat
einen Sekretär, seit mehreren Jahren nun
Professor W. E.
Butler, Sammler und Herausgeber von
Bookplate International (seine Adresse
findet sich bei ‘Andere
Exlibris Institutionen und Kontakte,
Seite und ein Email Link findet man auf
der
Kontaktseite).
Wie sehen FISAE Kongresse aus?
Natürlich organisieren die nationalen
Gesellschaften der Exlibrisenthusiasten
nahezu jedes Jahr lokale Kongresse.
Einige stehen allen Sammlern offen,
andere nur den Mitgliedern der
Gesellschaft. Es gibt einige mit einer
starken Beteiligung (z.B. die Deutsche
Exlibris Gesellschaft) und andere nur
mit einem Dutzend Personen.
Sie können von großem Interesse sein;
allerdings können ohne eine gewisse
Kenntnis der Landessprache
Schwierigkeiten entstehen. Aber keiner
von ihnen hat das internationale Flair
und das breitgestreute Interesse, das
man auf FISAE Kongressen finden kann.
Alle zwei Jahre sind sie ein Fixpunkt im
Kalender der Sammler und Künstler.
Die Zahl der Teilnehmer an FISAE
Kongressen ist ziemlich stabil geblieben,
mit 160 in Barcelona (1958), 260 in Como
(Italien) 1968, etwa 170 in
Frederikshavn 2002, 400 in
Mönchengladbach 1990 und Wels in 2004,
und über 500 in Chrudim (Tschechische
Republik) 1996. Größere Kongresse haben
sowohl Vor- als auch Nachteile; der
Hauptvorteil ist die Verschiedenheit der
anwesenden Sammler und Künstler, der
Nachteil die Schwierigkeit, all die zu
treffen, die man sich vorgenommen hat!
Bei jedem Kongress sind eine oder
mehrere Gesellschaften beigetreten: die
Schweiz 1968,
Slowenien 1970, Großbritannien 1972, die
USA 1974, Finnland und Kanada 1976 (die
letztere Mitgliedschaft ruht gegenwärtig),
Japan 1982, China, Russland, Luxemburg,
Italien und Israel 1988 (die letztere
ebenfalls ruhend), Estland, Spanien (die
Katalanische Gesellschaft) und die KME
Polens 1990, Litauen 1992, die Ukraine
und der Belgrader Exlibris Ring 1996,
die Türkei and Mexiko 2000 and
Argentinien, Andalusien (Spanien) and
Taiwan 2002.
Gebühren für die Kongressteilnahme
werden von den Gesellschaften erhoben,
die die FISAE Kongresse organisieren, um
die Kosten für Leistungen wie z.B. die
Ausflüge Teilnehmerschilder etc. und –
natürlich! – für ein offizielles
Festbankett zu tragen. Die Gebühren
schwanken in der Regel zwischen €150 und
€170 pro Person und etwas weniger für
Begleitpersonen. Gewöhnlich empfehlen
die Organisatoren eine Reihe von Hotels
vom mehrsternigen bis zur Jugendherberge,
damit der Kongress für alle zugänglich
ist.
Der Hauptgrund für die Teilnahme an den
Kongressen ist, Kontakte mit anderen
Sammlern und mit Künstlern zu haben und
neue Exlibris in Auftrag zu geben. Es
gibt in der Regel mehrere interessante
Ausstellungen sowohl von historischen
als auch von zeitgenössischen Exlibris
sowie Dia-Vorträge (obwohl der Mangel an
Dolmetschmöglichkeiten sie manchmal
erschwert!). Es gibt immer einige Stände
mit Exlibris und Exlibrisliteratur zum
Kauf. Außerdem findet immer ein
obligatorisches Treffen der Delegierten
der Mitgliedsgesellschaften statt,
welches den Tagungsort für den Kongress
vier Jahre später beschließt und den
zwei Jahre zuvor bestätigt. Andere
gemeinsam interessierende Themen werden
ebenfalls diskutiert.
Es ist zweifellos das freudige und
gastliche Miteinander dieser 3-5tägigen
Ereignisse, das sie so angenehm macht,
die faszinierende Gelegenheit, einer
Gruppe von Menschen anzugehören die die
gleichen Interessen und die Leidenschaft
für Exlibris teilen..
Link zur
historischen Chronologie der Kongresse ->
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